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Quantencomputer - Gefahr für die Cyber-Sicherheit? (Rückblick)

Am 22. Oktober 2019 behandelte die 5. Folge der Veranstaltungsreihe #Digiforum des House of IT e.V. das Thema „Quanten-Computing - Gefahr für die Cyber-Sicherheit“.

Eingebettet war die Veranstaltung in den European Cybersecurity Month (#ECSM) im Oktober 2019, zu dem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auch in diesem Jahr wieder Organisationen aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zur Teilnahme am European Cyber Security Month (#ECSM) aufgerufen hat. Unter dem diesjährigen Motto „Ins Internet - mit Sicherheit!“ sollte mit Vorträgen, Informationsveranstaltungen oder Social-Media-Aktionen ein breites Publikum für das Thema Cyber-Sicherheit sensibilisiert werden.

Das #Digiforum zum Thema „Quanten-Computing - Gefahr für die Cyber-Sicherheit“ gab Einblicke sowohl in die generellen Möglichkeiten des Quanten-Computing als auch in den aktuellen Stand der Post-Quantum-Kryptografie – aus Sicht der Wissenschaft und dem Blickwinkel ihrer praktischen Umsetzung.

Zu Beginn der Veranstaltung gab Gerald Münzl vom House of IT einen Einblick in die Historie von Quantum Computing, erläuterte das zu Grunde liegende Funktionsprinzip und vermittelte einen Eindruck über die – zumindest theoretisch – erzielbare ungeheure Rechenleistung solcher Computer.

Hier setzte das Referat von Frau Dr. Juliane Krämer von der Technischen Universität Darmstadt an. Sie verdeutlichte anschaulich, dass durch dieses enorme Rechenpotenzial Quanten-Computer in Zukunft prinzipiell in der Lage sein werden, alle heute gängigen Verschlüsselungsalgorithmen in vertretbarer Zeit zu knacken. Dies zu verhindern hat sich die Post-Quantum-Kryptographie zum Ziel gesetzt. Indem Wissenschaft und Industrie neue quantenresistente Verschlüsselungen entwickeln, soll Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität in der digitalen Kommunikation auch im Zeitalter der Quanten-Computer garantiert sein. Eine Sicht auf aktuellen und zukünftige Forschungsschwerpunkte und der Ausblick auf erforderliche Maßnahmen hinsichtlich einer Verbesserung der entwickelten quantenresistenten Verfahren und der Nachweis ihrer Wirksamkeit war ein weiterer Aspekt des Vortrages von Frau Dr. Krämer, an den sich eine lebhafte Diskussion anschloss.

Herr Stefan-Lukas Gazdag von der Genua GmbH knüpfte im dritten Vortrag thematisch nahtlos an seine Vorrednerin an, indem er das Thema Post-Quantum-Kryptographie verstärkt unter dem Blickwinkel der kommerziellen Verwertbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse behandelte. Herr Gazdag berichtete von ersten quantenresistenten hash-basierten Signaturen, an denen bei der Genua GmbH gerade geforscht wird, und zeigte mögliche Anwendungsfelder der quantenresistenten Verschlüsselung auf, die beispielsweise in den Bereichen Industrielles IoT, im Gesundheitswesen, im Finanzwesen oder auch der Fernwartung gesehen werden. Bis zur praktischen Implementierung solcher Lösungen in Soft- und Hardware-Produkte dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen, so die Überzeugung des Referenten, der nach seinem Vortrag für die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stand.

Beim abschließenden Get-Together nutzten die 36 Teilnehmer die Gelegenheit, mit den Referenten und Teilnehmern ins Gespräch zu kommen und die Diskussion fortzusetzen.

Mit dem #Digiforum hat das House of IT e.V. eine Plattform für die Vermittlung von digitalen Zukunftsthemen etabliert. Fach- und Führungskräfte aber auch alle, die sich mit den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung beschäftigen, haben bei dem als After-Work-Event konzipierten Veranstaltungsformat die Gelegenheit zum Meinungs- und Gedankenaustausch. Dabei greift die Reihe aktuelle Trends der digitalen Transformation auf und beleuchtet sie aus den Perspektiven von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.